Pressestimmen

Mit dem „Hülsen“-Video schießen sie den Vogel ab

KUNST: So viel Skurriles gibt es selten – Roza Rueb und Angelika Schröder in der Galerie „Blumenfressersalon“, von Susanne Kaeppele
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© Mannheimer Morgen, 2008
erschienen am 17.06.2008

Knuffige Räume und sofort lösliche Gefühle

ATELIERGESPRÄCH: Die Werke der Weinheimer Konzeptkünstlerin Angelika Schröder sind so geistreich wie sinnlich, von Bernadett Groß.
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© Mannheimer Morgen, 2007
erschienen am 06.09.2007

Die Platzhalterin - Angelika Schröder im "Tal der Weißen Tiere"

Bericht über die Ausstellung "Nur fünf Minuten...", Kunstraum Im Tal der weißen Tiere, Hutter im Schloss, Weinheim, von Jürgen Drawitsch.
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© Weinheimer Nachrichten, 2007
erschienen am 02.08.2007

Im Zweifel für die Freiheit - Angelika Schröder

Kurzportrait von Eva Mayer in der Rubrik LEUTE -> Gesichter & Geschichten des Stadtmagazins meier.
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© meier, 2007
erschienen im Heft 07/2007

Der Scanner piepst unüberhörbar

Kunstverein lädt ein zur Eröffnung der Alldies Rauminstallation von Angelika Schröder
Viernheim. Schon wenn man die Treppen in den Ausstellungsraum des Kunstvereins hinabsteigt, hört man das Piepsen von Scannerkassen, Stimmengemurmel, Alltagsgeräusche, wie man sie von fast jedem Supermarkt kennt. Wenig später blickt man wie in einer Luftaufnahme auf Dutzende kleiner Gebilde, die einem merkwürdig bekannt vorkommen. Zu Recht, denn was da zu sehen ist, sind alles kleine maßstabsgetreu gefertigte Aldi-Supermärkte, kaum unterscheidbar in Aldi-Nord und Aldi-Süd aufgeteilt.
Wenn man dann auch noch im oberen Raum zum Fünf-Minuten-Terrinen-Spaziergang aufgefordert wird, stellt sich mancher Besucher sicher die Frage, ob er sich versehentlich in der Tür geirrt hat. Aber dem ist nicht so. Dahinter steckt die neueste Arbeit der Mannheimer Konzeptkünstlerin Angelika Schröder (geboren 1966, Ausbildung an der Freien Kunstschule Mannheim und Städelschule Frankfurt bei Ayse Erkmen), die den Kunstverein kurzerhand zum Supermarkt umfunktioniert zu haben scheint.
Die junge Künstlerin greift mit ihrer Arbeit im Kunstverein einen Aspekt in der Strategie großer Handelsketten auf und setzt diesen in eine raumgreifende Installation um. Anhand von Bauplänen, die Aldi selbst freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, produzierte die Künstlerin fast wie in einer vorindustriellen Manufaktur (eine Arbeitskraft und eine Nähmaschine) maßstabsgetreue Mini-Aldis. Dabei basiert ihre Arbeitsmethodik auf der Grundlage einer genauen Vermessung von Innenräumen, deren Luftraum sie in dreidimensionale Stoffskulpturen umsetzt.
Besonders bei der in der ab dem 10. September im Kunstverein Viernheim gezeigten Rauminstallation werden durch die skulpturale Umsetzung die konstruktiv-architektonischen Zusammenhänge eines Aldi-Marktes analysiert. Doch anders als die oftmals fassadenselige Architektur der Moderne richtet Schröders sezierend-künstlerischer Blick den Focus auch auf das Innenleben und die Uniformität der Gebäude. Gerade diese spiegelt damit eine, im Inneren der Märkte und deren betriebswirtschaftlichem Konzept beheimatete Unternehmenskultur der Vereinheitlichung wieder. Die bekanntermaßen erfolgreiche Marketingstrategie der Standardisierung geht jedoch einher mit einem Verlust an Vielfalt. Die Künstlerin arbeitet seit Monaten an ihren Mini-Aldis. Jedes einzelne Objekt (zirka 30 x 50 x 10 cm) ist handgearbeitet und basiert einzig auf den drei architektonischen Grundformen der Einzelhandelskette. Wer im Vorfeld zur Kunstvereinsausstellung schon schnuppern möchte, kann dies auf der Website der Künstlerin (www.nahtzugabe.de), wo die Fortschritte ihrer Arbeit quasi als work in progress beobachtet werden kann.
So entstehen skulpturale Objekte, die eine überraschend bildnerische Eigenständigkeit gewinnen und dennoch ihre Referenz nicht verlieren. Angelika Schröders künstlerisch-detektivische Analyse von Alltagsarchitektur stimuliert so auf pittoreske Art und Weise menschliche Wahrnehmungsneugierde. eb
© Südhessen Morgen und morgenweb, 2004
Erscheinungsdatum: 08.09.2004

STÄDEL
Genähte Architektur von Angelika Schröder

In der neuen Ausstellungreihe "W12" im Studio von Ayse Erkmen an der Städelschule sind derzeit die genähten Skulpturen von Angelika Schröder zu sehen. Die Schülerin von Ayse Erkmen näht Räume: Ihre weißen Stoffskulpturen sind maßstabsgetreue Nachbildungen von Innenräumen. Angelika Schröder macht den Hohlraum zum Objekt.
Für die Gäste des Städelschul-Gasthofs, die im Sommer aus ganz Europa anreisten, hat sie deren Schlafzimmer nachgenäht und ihnen so in der fremden Umgebung ein Stück Heimat bereitstellen können. Angelika Schröder interessiert dabei auch die Konfrontation mit Klischees: das männlich-mathematisch belegte Sujet Architektur trifft in ihrer Arbeit auf das meditativ-weibliche Nähen. Ihre Objekte sind rationalen und sentimentalen Ursprungs zugleich. hoh
© Frankfurter Rundschau 2003
Erscheinungsdatum 17.01.2003

Grünes Regenpüppchen, Existenz-Zentrum Bett

Von Gabriele Nicol
Der 10. Städelschul-Rundgang durch die Ateliers erbrachte eher einzelne herausragende Arbeiten als eine durchgehende Qualität. Der grimmige Scherz steht am Anfang: 15 mal 15 kopfüber eingetopfte Fische riechen im Eingangsquadrat vor sich hin - eine Irritation, aber nicht mehr. Wer erwartet schon, dass Fische aus der Erde wachsen? Insgesamt wird diesmal weniger Spaß getrieben, eher mit den herkömmlichen Medien gearbeitet. Zum Beispiel von Justine Otto (flott gemtitlee Kinderbildnisse) oder Sibylla Burger mit ihrer kräftig bewegten Malerei. Es gibt diesmal deutlich weniger Installationen; Helene Arendts in hellgrüne Regenklamotten gewandtes und tatsächlich auch beregnetes Püppchen ist da schon fast eine Ausnahme. Diese Gestalten waren als figurgewordene Comics schon in den letzten Jahren aufgefallen.
Auch Angelika Schröder mit ihren genähten weißen Objekten, diesen seltsam
kommentierenden Gebilden, bringt sich wieder in gute Erinnerung.
Es ist eine Stärke dieser Schule, dass kein Lehrer über Schüler so sehr dominiert, dass sie zu Nachmachern geworden wären.
So ist also eine opulente, rückwärts gewandte Malerei wie die von Alexander Salivontschik möglich, aber auch die wortspielerisch geprägte von Andreas Diefenbach. Der Leiter der Architekturklasse, der Holländer Ben van Berkel, schickt zwei interessante Studenten vor, den Australier Lindsay Webb, einen bereits ausgebildeten Architekten, der einen interaktiv reagierenden Tisch gebaut hat. Dem anderen jungen Mann fiel ein mit allen Notwendigkeiten ausgestattetes Bett ein, eine Existenzzelle - mehr braucht der Mensch nicht. Young-Ho Lee aus der Klasse des vehement malenden Hermann Nitsch, gefällt mit sensiblen Federzeichnungen. Christoph Borowiak, der stets feinfühlig mit Papier arbeitet, hat für seine grafischen Schuhabdrücke andere für sich arbeiten lassen. In der Daimlerstraße, der Außenstelle der Städelschule, wird es dünner. Gefallen hat Immanuel Eisenstein mit mächtigen zeichenhaft geschnittenen und geschweißten Metallplatten. Auch Ole Claßen entwickelt skurrile Fantasie für seine spielzeughaft wirkenden Autos. Eine besondere Begabung ist Taner Tümkaya: Er macht fast psychoanalytisch anmutende Zeichnungen und Überzeichnungen, die eine ungewohnte Gedankenwelt öffnen. Bleibt noch der leibhaftige Museumswächter, erfunden von Tue Greenford, gestellt vom benachbarten Städel. "Mal was anderes", sagt er, und: "Bei Rembrandt ist es so dunkel."
© Frankfurter Neue Presse 2003, © 2003 Rhein-Main.Net
Erscheinungsdatum 08.02.2003